Artikel von Margaret A. Howes, verfasst 1969

 

Ich bin gebeten worden, die Geschichte der berühmten Johnstounburn Yorkshire-Terrier zu schreiben, die einen solch großen Einfluss auf diese Rasse gehabt haben.

Ich will mein Bestes tun, alles so wiederzugeben, wie ich es von Mrs. Crookshank,
ihrer ursprünglichen Besitzerin, gehört habe.

Es war im Jahre 1940 als Mrs Crookshank auf die Idee kam, sich einen Yorkshire Terrier anzuschaffen. Die Rasse war ihr keineswegs fremd, weil ihre Mutter, Mrs. Usher,
stets einen oder zwei Yorkies gehalten hatte.

Da entdeckte  Mrs Crookshank eines Tages in der High Street von Edinburgh einen ziemlich ungepflegten Yorkshire Terrier.
Sie hielt ihren Wagen an und fragte, ob der Hund zu verkaufen sei.
Als man ihr sagte, sie könne ihn für 5 Pfund haben, bezahlte sie sofort, setzte den Hund in ihr Auto fuhr mit ihm nach Hause und badete ihn erst einmal.
So begann für die Hündin Hazy ein langes, glückliches Leben in dem entzückenden Haus auf den Ländereien von Johnstounburn, wo sie die meiste Zeit ihrer Jugend mit Kaninchenjagd zubrachte.
Sie wurde 17 Jahre alt.

Es stellte sich heraus, das Hazys Züchterin, Mr. Notman, ein längjähriger Yorkshierezüchter war. Hazys väterliche Linie führte zurück zu Terviot Lad und Hillchurch Hunden, während die Vorfahren ihrer Mutter aus der Armely Zucht stammten.
Hazy war, was wir heute eine gute, typische Zuchthündin nennen würden. Sie hatte eine schwere Decke von ziemlich hellem Blau, jedoch von sehr schöner seidiger Strucktur.
Ihr Tan war das wirklich goldene Tan, das jeder gute Yorkshire Terrier haben sollte.
Zu jener Zeit hatte Mrs Crookshank nicht die Absicht, Yorkshire Terrier zu züchten.
Als sie Hazy nach Hause brachte, dachte sie nur daran, sie auszustellen.
Irgendjemand erzählte ihr, dass jede Hündin wenigstens einmal einen Wurf haben sollte und so sah sich Mrs Crookshank zu gegebener Zeit  nach einem passenden Partner für Hazy um.
Ihre Nachforschungen führten sie zu Mr. William Bain in Edinburgh, der damals einen kleinen Rüden, Fairy Prince, zum decken hielt.
Dieser kleine Rüde hatte ebenfalls prachtvolles Haar und das gleich  klare, schattierte Tan wie Hazy. Sie wurde zum richtigen Zeitpunkt von ihm gedeckt.

Das war der Anfang der “Johnstounburn“ Yorkshire Terrier Zucht.
"Fairy Prince" stammte aus einer Yorkshire Linie , die in der Vorkriegsära wohl bekannt war.

Die Eigentümerin der Lilyhill Hunde war Mrs. Lowrie, die jetzt den Lilyhill Kennel in Schottland besitzt.

Hazy brachte mit Fairy Prince und auch mit seinem Bruder Midge’s Pal viele gute Hündinnen.
Diese Hündinnen bildeten den Grundstock des Zwingers.
Es waren Misty, die Mutter der Champions Myrtle und Medium; Prixy; die Mutter von Ch. Vemair Principal Boy, sowie Tufty, Mrs Crookshank erster Champion im Jahre 1949.
Während des II. Weltkrieges gab es keine Ausstellungen, auf denen ein Hund Champion werden konnte.

Eines Tages war Mrs Crookshank gebeten worden, sich eine kleine Hündin anzusehen, deren Besitzer gestorben war. Diese kleine Hündin hatte einen winzigen Rüden-Welpen, der mehr tot als lebendig zu sein schien. Mrs Crookshank taten die beiden leid.
So nahm sie sie mit nach Hause. Mit viel Geduld und liebevoller Sorgfalt pflegte sie den Welpen gesund.

Dieser kleine Kerl war Mr. Pim, dazu ausersehen, einer der berühmtesten Hunde in der Geschichte der Yorkshire Terrier zu werden.
Seine Abstammung ist interessant, denn sie bietet ein gutes Beispiel von Linienzucht.

Mr. Pimm war klein, selbst in seiner besten Zeit wog er nur 3 engl. Pfund.
Er hatte eine wundervolle dunkel stahlblaue Decke und klares  goldenes Tan.
Ich besitze ein Bild von ihm und obwohl es in seinem 8 Lebensjahr gemalt wurde sieht er darauf so gut aus, als wollte er geradewege in den Ring gehen. Er gewann sein erstes Rem C.C. bereits als Puppy unter Mrs. Winnie Barber, aber sein größter Triumph war der Gewinn des C.C. auf der Cruft’s (1950) unter Mrs. Clenshaw, der Harringay Expertin, als er die besten Hunde seiner Zeit schlug. Ich war selbst an jenem Tag in den Olympia Hallen und zeigte einen meiner Sehows.

Ich dachte an nichts weniger, als dass Johnstounburns einst einen so großen Teil meines Lebens ausmachen würden.

Mr. Pim gewann 5 CC’s und 9 Res. CC’s  ebenso die nötigen green stars um Irischer Champion zu werden. Das war eine beachtliche Leistung, wenn man bedenkt, dass er gegen Mr. Swan’s großen
Ch. Spiendour of Invincia konkurrieren musste, der wie ich glaube 19 CC’s gewonnen hatte.
Trotzdem Little Flea in Mr. Pimm solch  einen ausgezeichneten Ausstellungshund hervorgebracht hatte, erlaubte ihr Mrs Crookshank nie, noch einen Wurf zu haben.
Sie fürchtete, sie würde sie beim werfen verlieren, obwohl Flea Mr. Pimm ganz alleine und ohne Hilfe geboren hatte.
Wie man sich denken kann, bekam Mrs Crookshank für Mr. Pim viele großartige Angebote, einschließlich eines Blankoschecks, aber natürlich war er für keinen Preis der Welt zu verkaufen.

Im Frühjahr 1953 bat Mrs Crookshank mich, zu ihr nach Johnstounburn zu kommen.
Ich arbeitete zu jener Zeit bei den weltberühmten Motfleuri Miniature Poodles.
Der Köder, der mich nach Schottland lockte, waren die Yorkshire Terrier. Ich ging zusammen mit zwei meiner Hündinnen Sehow Honey Sweety und ihrer Tochter Smiling Eyes, der Mutter von Pagham Sehow Special, der 3 engl. und mehrfach amerikanischen Champions zeugte.

Zu jener Zeit gewannen Schottische Yorkshire Terrier großes Ansehen in der Hundewelt.
Mr. Bain’s Midge’s Pal hatte Ch Firhill Pairy, Ch. Vamair Spider und die Champions Tufty und Medium of Johnstenbourn gezeugt.
Mr. Pimm selber war der Vater von Ch. Myrtle of Johnstounburn und Ch. Wee Tekert Yadnum.

Im Jahre 1954 wurde Lady of the Lake, eine Großtochter von Fairy Prince mit Hazy, von Mr. Pim gedeckt. Aus dieser Verpaarung stammt Pimbron.
Eine Wiederholung der gleichen Verpaarung brachte die Champions Prim und Prism of Johnstounburn. Prism entwickelte sich zu einer großartigen Zuchthündin der Rasse.
Im Besitz von Mrs. Groom und gepaart mit Ch. Burghwallis little Nip, hatte sie Ch. Pagnell Prima Donna of Whiske und Burghwallis Vikki in ihrem ersten Wurf und später dann Ch. Pagnell Peter Pan von demselben Rüden.
Prima Donna und Peter Pan sind die einzigen Yorkshire nach dem Krieg die auf einer Championship Show für alle Rassen “Best in Show“ Bester Hund der Ausstellung geworden sind.
Peter Pan gewann ebenfalls die Toy Gruppe auf der Cruft’s 1964.
Andere von Mr. Pimm gezeugte Champions waren Ch. Buranthea’s Angel Bright und
Ch. Buranthea’s Doutelle, ebenso der Irische Champion Count of Johnstounburn.

Mein schlechter Gesundheitszustand veranlaste mich Johnstounburn eine Zeitlang zu verlassen. Während dessen übernahm Mrs. Lowrie die Hunde und half dabei, Ch. Pimbron und Pipit aufzubauen, als Mrs Crookshank zu kränkeln begann.
Als Mrs. Lowrie sich dann zurück zog, um in ihrem eigenen Zwinger Lilyhill neu zu beginnen, kehrte ich nach Johnstounburn zurück.
Es war traurig, mit ansehen zu müssen, wie sich Mrs Crookshank trotz ständiger Schmerzen mit der Pflege ihrer Hunde und dem Besuch von Ausstellungen abmühte. Sie starb im Juni 1960.
Mir blieb die unglückselige Aufgabe, die Champions Mr. Pimm, Medium, Tufty, Pixie und die liebe kleine Flea einschläfern zu lassen. Sie waren zu alt, um sich an ein neues Heim zu gewöhnen.
Mrs Crookshank wünschte diese Lösung. Mit den jüngeren aber durfte ich tun, was ich wollte.

Ich fragte Mrs. Lowrie, ob sie Ch. Pimbron haben wollte, weil ich wusste, dass sie ihn bewunderte. Sie besass schon Minerva, eine Tochter von Pimbron aus Muffit, einer Enkelin von Misty. Später wurde Minerva Champion und zog mehrere Würfe auf.
Ich selbst behielt Muffit, aber leider starb sie früh. Mrs. Lowrie überließ mir freundlicherweise Minette, Ch. Minervas Tochter.
Nun habe ich Maimee, Minettes Tochter mit Pagnell Punchinello of Johnstounburn, einen Rüden, den ich von Mrs. Groom bekam, weil er ein doppelter Enkel von Ch. Pagnell Peter Pan ist und damit Linien gezüchtet auf Mr. Pim.
Diese drei zusammen mit Joss, einer Tochter von My Precious Joss, einem Sohn von Ch. Pimbron, bilden den Kern meines gegenwärtigen Johnstounburn Zwingers.
Ich kann weder viel züchten noch habe ich den Wunsch danach.
Yorkies sind für mich kein Mittel,  um Geld zu verdienen.
Ich beklage die Geschäftemacherei, die sich bei dieser Rasse ausgebreitet hat, bei uns hier ebenso wie im Ausland.
Ich warte sehnsüchtig auf den Tag, an dem die Leute nur noch Yorkshire Terrier halten, weil sie sie gern haben und sich an ihnen als ihren Gefährten erfreuen.

Die Namen Mrs Crookshank und Johnstenbourn werden für mich immer ein Leitbild bleiben.
Gewiß können viele der zur Zeit bekanntesten Zwinger die Vorfahren ihrer Hunde zurückverfolgen bis zu Hasy oder Mr. Pimm, namentlich Pagnell, der gegenwärtige Lilyhills, Silverknowes, Buranthea, Yorkfold, Beechrise, Toloarne, Murose und viele andere.

Einer meiner glücklichsten Tage war die Cruft’s 1964, als Ch. Pagnell Peter Pan das CC der Rüden und die Toy Group gewann.
Ch. Minerva of Johnstounburn das CC der Hündinnen und Ch. Millfield Mandy (Enkelin von Priem) das Res. CC der Hündinnen unter dem bekannten Richter Mr. Amstrong.
Ich wünschte so sehr, das Mrs Crookshank hätte dabei sein können- vielleicht war sie im Geist anwesend- ich hoffe es. Außerdem gewann Ch. Pimbrons Sohn, Ch. My Preciouse Joss, das CC der Rüden in den zwei folgenden Jahren auf der Cruft’s.
Keine geringere Leistung!

Mögen manche den Johnstounburn auch ihr lichtes blaues Haar vorwerfen, aber wenigstens sind sie nicht schwarz.
Ich weiß nicht was Mrs Crookshank zu den schwarzen, wolligen Hunden mit dem rußigen Tan gesagt haben würde, die wir heute so oft im Ring sehen.

Der verstorbene Mr. Leo Wilson erzählte mir einmal, dass er beim Richten einen Johnstounburn Yorkshire schon in dem Moment, in dem er den Ring betritt, erkennen könne.
Ihre ganze Erscheinung, besonders ihre ausgezeichnete Schulter und Halspartie in Verbindung mit dem langen, seidigen Haar und dem klaren goldenen Tan hebe diese Hunde aus der Menge heraus.

Ich bin stolz darauf, mit ihnen verbunden gewesen zu sein und werde mein Bestes tun, um das Vertrauen zu rechtfertigen, das Mrs Crookshanks Familie mir erwies, als sie mir erlaubte, den Namen Johnstounburn weiterzuführen.

 

  Johnstounburn – Sehow, Kennels, Sussex
England 1969

 

Recht herzlichen Dank an Herrn Roman Alraun ( Highclass Yorkshire-Terrier) der uns diesen Bericht zur Veröffentlichung zu Verfügung gestellt hat.
Im kommenden Artikel  berichtet Herr Alraun von seinem Besuch bei Margaret Howes im Sommer 1977.....